Imperiale Lebensweise ‚at work’ in Lateinamerika - Heft 2
Volume XXXVIII • Issue 1 • 2022

Die imperiale Lebensweise (ILW) basiert auf der Externalisierung sozialer und ökologischer Kosten, die in den Globalen Süden und innergesellschaftlich entlang von Klasse, Geschlechter- und rassisierten Verhältnissen verlagert werden. Auch in lateinamerikanischen Gesellschaften, die bereits seit der Kolonialzeit Ort der Ausbeutung für die ILW sind, breitet sie sich aus. Trotz vielfältiger sozialer Konflikte und Widerstand gegen die Auswirkungen der ILW wurde diese auch dort zur dominierenden Entwicklungsvorstellung. Zwei JEP-Schwerpunkthefte (4-2021 und 1-2022) gehen mit konzeptionellen und entwicklungstheoretischen Überlegungen sowie Fallstudien der Frage nach, wie sich die ILW trotz vielfältiger Widersprüche auch in Gesellschaften Lateinamerikas behauptet. Dabei wird ein Blick sowohl auf Alltagshandlungen als auch auf gesellschaftliche Strukturen geworfen, die die Reproduktion der ILW ermöglichen und stützen: Sie reichen von ökonomischen Abhängigkeits- und Klassenverhältnissen bis hin zur Reproduktion von Kolonialität.

 

Schwerpunktredaktion: Krams, Mathias; Preiser, Anna

 

      

 

 

      

 

 

 

Inhalt dieser Ausgabe
Austaller, Monika; Pfeffer, Clemens

Imperiale Lebensweise im Widerstreit: Von ‚solidarischer Lebensweise‘ und ‚kritisch-emanzipatorischer Transformation‘

Sprache: DeutschSeiten: 4-12https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-38-1-4
  • Abstract

Einleitung

Backhouse, Maria; Lorenzen, Kristina

Widersprüche der Bioökonomie. Extraktive Wissensproduktion und Landverhältnisse in Brasilien

Sprache: DeutschSeiten: 13-39https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-38-1-13
  • Abstract
  • Keywords

Nationale Bioökonomie-Strategien haben einen Transformationsprozess von einer fossilen zu einer biomassebasierten Wirtschaft zum Ziel. Sie eint der Technikoptimismus, dass die sozialökologische Krise über technologische Entwicklungen überwunden werden kann. Aus den kritischen Perspektiven der Politischen Ökologie und der Political Economy of Research and Innovation (PERI) sind Technologien und technologische Innovationen keine neutralen Werkzeuge zur Problemlösung, sondern grundsätzlich gesellschaftlich situiert. Vor diesem Hintergrund kontextualisieren wir die technologischen Innovationen für eine klimafreundlichere Produktion von Ethanol auf Zuckerrohrbasis im Rahmen einer qualitativen Studie in Mato Grosso do Sul in Brasilien. Dabei gehen wir der Frage nach, welche Implikationen „klimafreundliche“ Technologien auf Landzugang und Landnutzung haben. Es wird deutlich, dass die Bioökonomie im Bereich Ethanol eine extraktive Wissensproduktion fördert, die die sozialökologischen Probleme der Agrarindustrie fortsetzt.

Bioökonomie, extraktive Wissensproduktion, Bioenergie, Landzugang, Brasilien

Acosta, Alberto; Brand, Ulrich; Moreno, Camila; Preiser, Anna

The Imperial Mode of Living: (Re)conceptualising Unequal North-South Relations

Sprache: EnglischSeiten: 40-65https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-38-1-40
  • Abstract

Dialogue

Millesi, Teresa

An Ongoing Conquest – Confronting the Expansion of Capitalism in Indigenous Documentary Films

Sprache: EnglischSeiten: 66-82https://doi.org/10.20446/JEP-2414-3197-38-1-66
  • Abstract
  • Keywords

This article explores the relation between indigenous filmmaking and conflict due to expanding extractive industries in Latin America, and the documentary film potential to create new understandings of these situations. It specifically engages with two indigenous documentaries that focus on current territorial conflicts and environmental injustice: Júba Wajiín – Resistencia en la Montaña de Guerrero (2018) and Sangre y Tierra (2016). The article argues that these films enable a confrontation with current global modes of production, by articulating the expansion of capitalism as a process of increasing destruction, as an ongoing conquest

Keywords Indigenous film, documentary, Latin American film, land conflicts, capitalism

Ausgabe um € 11,80 kaufen | Jahresabonnement abschließen

Contact
Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik
an den österreichischen Universitäten
Sensengasse 3
1090 Vienna, Austria

T +43 1 317 40 17
E office@mattersburgerkreis.at
Subscribe to our Newsletter
© 2015 Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichischen Universitäten | Impressum
Display: