Das Kapital nutzt nicht nur sozio-räumliche Unterschiede innerhalb der Arbeiterschaft, um die Ausbeutungsraten zu erhöhen, sondern schafft und verstärkt solche Spaltungen auch aktiv. Die Beiträge zu dieser JEP-Ausgabe zeigen, dass ungleiche räumliche Konfigurationen entscheidend für unser Verständnis der multiskalaren Fragmentierung der Arbeit und der ungleichen Handlungsfähigkeit von (Lohn-)Arbeitern sind. Sie zeigen auf, wie die Arbeitsgeographie zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge zwischen klassenbasierter Ausbeutung, glokaler ungleicher Entwicklung, Spaltungen innerhalb der Arbeiterklasse und Arbeiterallianzen beitragen kann. Diese Ausgabe ist eine Einladung, die Arbeitsgeographie in den Dialog mit Konzepten der ungleichen geografischen Entwicklung zu bringen. Durch diesen Dialog erscheint die ungleiche geografische Entwicklung als prekär, instabil und als etwas, das die vorübergehende Dis-/Integration von (Lohn-)Arbeitern in die unruhigen Landschaften des Kapitalismus vorantreibt. Dies beinhaltet ihre kontingente und ungleiche Konstruktion als soziale Akteure. Die (emanzipatorische) Handlungsfähigkeit der Arbeiterschaft muss daher von den hierarchischen Zuschreibungen ausgehen, um diese zu überwinden.
JEP-Ausgabe in engl. Sprache.
