Birgit Englert, Ingeborg Grau, Andrea Komlosy (Hg.)
Nord-Süd-Beziehungen. Kolonialismen und Ansätze zu ihrer Überwindung.
Wien: Mandelbaum 2006, 220 Seiten, ISBN 3-85476-170-8 - Band: 8
„Nord-Süd-Beziehungen“ sind eine ebenso gängige wie irreführende Bezeichnung für die ungleiche internationale Arbeitsteilung. Durch den scheinbar neutralen Begriff werden die herrschenden Machtverhältnisse tatsächlich verschleiert.
Im Ansprechen und Aufdecken verborgener Machtbeziehungen löst sich Nord-Süd aus seiner geographischen Verortung und wird zum Inbegriff eines auf Ungleichheit hervorbringenden Dominanz- und Abhängigkeitsverhältnisses. Ein solches findet sich in der Geschichte nicht nur zwischen den europäischen Kolonialmächten und dem Süden, sondern auch im Verhältnis der europäischen Großmächte zu den inneren Kolonien in Ost- und Südosteuropa. „Nord-Süd-Beziehungen“ existieren so gesehen weltweit und auf jeder räumlichen Ebene, von der lokalen bis zur globalen.