Bewegung macht Geschichte. Globale Perspektiven für Gesellschaftsveränderung.

Wien: Mandelbaum 2003, 180 Seiten, ISBN 3-85476-089-2
Band 2

Die globalisierungskritische Bewegung ist ein äußerst interessantes und viel versprechendes Phänomen der letzten Jahre. Vor allem die Proteste gegen das Treffen der Welthandelsorganisation in Seattle haben der Nord-Süd-Solidarität (wieder) internationale Mobilisierungskraft und Wirksamkeit verliehen. Parallel zu den Protestformen auf der Straße setzte das Weltsozialforum 2001 und 2002 in Porto Alegre ein weithin sichtbares Zeichen. Sozialforen auf allen Kontinenten sorgten für die inhaltliche Auseinandersetzung über Alternativen zum gegenwärtigen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell.
Ziel des vorliegenden Bandes ist es, der Frage nach dem gesellschaftlichen Veränderungspotential nachzugehen. Für die kritische Sozialwissenschaft heißt das, soziale Phänomene zu bearbeiten, ohne dabei vom eigenen gesellschaftspolitischen Standpunkt zu abstrahieren, also jene Position, die Norbert Elias als Balance zwischen "Engagement und Distanzierung" beschreibt. Herausgeber/innen und Autor/innen des vorliegenden Bandes nähern sich ihrem Gegenstand als Teil der Bewegung und wollen dennoch einen Beitrag zur wissenschaftlich fundierten Reflexion leisten. Neben aktuellen Analysen wollen sie den Blick für Chancen, Grenzen und mögliche Fallen schärfen, die durch die politökonomische Konjunktur und die Geschichte der politischen Bewegungen im historischen Wandel entstehen.

 

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Inhalt

Karin Fischer - Johannes Jäger - Gerald Faschingeder - Alexandra Strickner
Die GlobalisierungskritikerInnen und ihre Perspektiven für Gesellschaftsveränderung

I. Struktur und Handlung: Der politökonomische Kontext für Gesellschaftsveränderung

Christof Parnreiter
Für eine "andere" Globalisierung?
Über Krisen im Kapitalismus und Globalisierung als Strategie, sie zu überwindenn

Andreas Novy
Der umkämpfte Wohlfahrtsstaat

Hans-Jürgen Bieling
Die Europäische Union:
neoliberale Handlungsarena und Kampffeld für eine progressive Politik

II. Soziale Bewegung: Historische Dimensionen, regionale Unterschiede
Von der "Revolution" zur "sozialen Bewegung"?

Gerhard Melinz
Historische Reflexionen zu sozialen Bewegungen im Weltsystem

Frieder Otto Wolf
Transnationale soziale Bewegungen und ihre zivilgesellschaftlichen
Vermittlungsformen, Voraussetzungen und Entfaltungsmöglichkeiten

Dieter Boris
Zur Revitalisierung sozialer Bewegungen im globalisierungskritischen Kontext:
Das Beispiel Lateinamerikas

III. Von der Analyse zur Praxis: Ausgewählte Handlungsfelder der Globalisierungskritik

Joachim Becker - Karin Fischer - Johannes Jäger
Alternative Wissensproduktion und gesellschaftsverändernde Praxis:
Zur Rolle der Ideen und Intellektuellen

Gerald Faschingeder - Alexandra Strickner
(Volks-)Bildung in einer mediatisierten Welt
Wissenskritik, Gegenöffentlichkeit und alternative Vermittlungsformen

Karin Fischer - Johannes Jäger u, a.
Bewegung Macht Geschichte:
Positionen und Widersprüche


HerausgeberInnen

 

Karin Fischer ist Historikerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Lehrbeauftragte an der Universität Wien/Studienfach Internationale Entwicklung.

Faschingeder Gerald, Mag.Dr.phil., geb. 1972, Koordinator der Zweiten Gesamtösterreichischen Entwicklungstagung und des vorangehenden Reflexionsvorganges. 1998-2001 Fachreferent der Margareta Weisser Stiftung für Indigene Völker in Asien; seit 1998 Mitglied der Redaktion des Journals für Entwicklungspolitik. Lehrtätigkeit am Projekt Internationale Entwicklung der Universität Wien.

Johannes Jäger leitet den Fachbereich Volkswirtschaft an der Fachhochschule des bfi Wien und ist Lehrbeauftragter im Rahmen des Projektes Internationale Entwicklung an der Universität Wien.

 

Alexandra Strickner ist Ökonomin und hat Attac Österreich 2000 mitbegründet. Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeiten hat sie sich bis jetzt immer wieder mit unterschiedlichen Attac-Themen beschäftigt: mit Agrar- und Handelspolitik, Ernährungssouveränität, Finanzmärkten, Steuergerechtigkeit und den verschiedenen Facetten der Eurokrise.

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